Aufklärung

Wann ist eine Operation
wirklich nötig?

Es gibt Momente, in denen konservative Therapie an Grenzen kommt und ein operativer Schritt sinnvoll wird. Diese Entscheidung treffen wir nie vorschnell — und wir treffen sie gemeinsam mit Ihnen. Wir beraten Sie unabhängig, prüfen erst alle konservativen Optionen und überweisen erst, wenn der Schritt wirklich sinnvoll ist.

Unsere Haltung

„So konservativ wie möglich,
so operativ wie nötig."

Wir kennen die operative Seite gut — PD Dr. Radke war viele Jahre selbst operativ tätig, mit Schwerpunkt auf Hüft- und Knie-Endoprothetik sowie gelenkerhaltenden Verfahren. Heute nutzen wir diese Erfahrung anders: Sie hilft uns einzuschätzen, wann eine OP wirklich Sinn macht — und wann nicht.

Wann konservativ ausgereizt ist

Ein operativer Schritt wird ernsthaft Thema, wenn:

  • starke Schmerzen den Alltag dauerhaft prägen
  • die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist
  • konservative Maßnahmen (Physiotherapie, Injektionen, physikalische Therapien) über längere Zeit keine ausreichende Verbesserung bringen
  • strukturelle Schäden vorliegen, die nicht anders zu beheben sind (z. B. ausgeprägte Bandscheibenvorfälle mit neurologischen Ausfällen, schwere Meniskusverletzungen mit Blockaden, fortgeschrittene Arthrose mit Knorpelverlust)
  • die bildgebenden Befunde dies klar stützen

Welche OP-Optionen es gibt — kurzer Überblick

Gelenkerhaltende Operationen

Wenn das Gelenk noch nicht vollständig zerstört ist, vor allem bei jüngeren, aktiven Patientinnen und Patienten:

  • Arthroskopische Eingriffe (Knorpel, Meniskus, Labrum)
  • Achskorrekturen / Umstellungsosteotomien
  • Bandrekonstruktion nach Kreuzbandverletzung
  • Hüftimpingement-Korrektur

Endoprothetik — Kunstgelenk

Wenn das Gelenk strukturell zerstört ist und konservative wie gelenkerhaltende Optionen ausgereizt sind:

  • Hüft-TEP — sehr erfolgreich, Standzeit über 90 % nach 15–20 Jahren
  • Knie-TEP — vollständig oder als Teilprothese (UKA)

Eingriffe an der Wirbelsäule

Wenn neurologische Symptome auftreten oder konservative Optionen ausgereizt sind, typischerweise bei:

  • ausgeprägten Bandscheibenvorfällen mit neurologischen Ausfällen
  • schweren Einengungen des Spinalkanals
  • progredienten neurologischen Defiziten

Wie wir die Entscheidung mit Ihnen treffen

  1. 1

    Vollständige Diagnostik

    Röntgen, Ultraschall, ggf. MRT — wir wollen genau wissen, was im Gelenk passiert.

  2. 2

    Alle konservativen Optionen prüfen und nutzen

    Meist über Monate, manchmal über Jahre. Erst dann wird operativ überhaupt zum Thema.

  3. 3

    Zweitmeinung ausdrücklich erwünscht

    Sie bekommen alle Befunde mit. Eine unabhängige zweite Einschätzung ist immer eine gute Idee.

  4. 4

    Wenn eine OP sinnvoll wird

    Wir besprechen die Optionen, geben eine klare Empfehlung und überweisen an einen passenden Operateur in München, dem wir vertrauen.

  5. 5

    Nach der OP

    Wir begleiten die Nachsorge — Physiotherapie, Verlaufskontrolle, Befundbesprechung.

Wer operiert?

Wir arbeiten mit erfahrenen Operateuren in München zusammen — je nach Eingriff und Ihrer persönlichen Situation. Sie bekommen eine konkrete, begründete Empfehlung — keine anonyme Überweisung.

Häufige Fragen zur OP-Entscheidung

Warum operieren Sie nicht selbst? +
PD Dr. Radke war viele Jahre selbst operativ tätig — vor allem in der Hüft- und Knie-Endoprothetik. Heute bringt er diese Erfahrung bewusst in die konservative Versorgung und in die Indikationsstellung ein. Wenn ein operativer Schritt nötig wird, überweisen wir gezielt an erfahrene Operateure.
Wie lange sollte ich konservativ behandeln, bevor ich über eine OP nachdenke? +
Das hängt vom Befund ab. Bei Arthrose oft viele Monate bis Jahre. Bei akuten Befunden (z. B. großer Bandscheibenvorfall mit Lähmungserscheinungen) sofort. Wir besprechen das individuell.
Soll ich vor einer OP-Entscheidung eine Zweitmeinung einholen? +
Wir empfehlen es ausdrücklich. Sie bekommen alle Befunde mit, und wir freuen uns über zusätzliche fachliche Einschätzungen.
Wie wähle ich den richtigen Operateur? +
Wir geben Ihnen eine begründete Empfehlung. Wichtige Kriterien: Erfahrung mit der spezifischen OP, Fallzahlen pro Jahr, Spezialisierung des Operateurs, Klinik mit guter Nachsorge.
Wer macht die Nachsorge? +
Die Nachbehandlung organisieren wir gemeinsam mit Ihnen. Wir sind nach der OP weiterhin für Sie da: Physiotherapie-Verordnungen, Verlaufskontrollen, Anpassungen, Befundbesprechungen.
Wie lange hält eine künstliche Hüfte oder ein künstliches Knie? +
Moderne Hüft- und Knieendoprothesen haben Standzeiten von über 90 % nach 20 Jahren — bei guter „Pflege": regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Überlastung, gute Muskulatur.
Welche Risiken hat ein Gelenkersatz? +
Wie bei jeder OP: Infektionen, Wundheilungsstörungen, Thrombosen, langfristig mögliche Lockerung oder Verschleiß der Prothese, sehr selten anhaltende Schmerzen trotz Prothese. Operateure mit hoher Fallzahl und gute Nachsorge reduzieren diese Risiken deutlich.

Bevor Sie über eine OP nachdenken
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